Langzeittest TEIL 11
CONCORDE CONCERTO 845 F auf IVECO DAILY 60 C17 (aufgelastet auf 6,5t)
Kilometeretappe: 90.355 km – 105.023 km
Alter und Testdauer: 5 Jahre und 2 Monate
Unser Concorde war in den letzten Monaten v.a. im Norden, der Mitte und im Süden Deutschlands (einschließlich der Alpen) unterwegs.
Beginnen wir mit der Iveco Basis.
Hier mussten wir im März/April 2010 zweimal unsere Iveco-Werkstatt in Kaiserslautern aufsuchen um einige Probleme zu lösen, die während einer Abendfahrt zwischen Nürnberg und Frankfurt auftraten: Plötzlich leuchteten die verschiedensten Warnleuchten im Armaturenbrett auf (blinkend), die uns u.a. das Signal gaben: „Sofort anhalten“. Zudem hatte sich die letzten Tage ein knackendes Geräusch aus dem Bereich rechtes Vorderrad eingeschlichen. Wir fuhren den nächsten Parkplatz an und schalteten den Motor für 2 Minuten aus. Als wir wieder starten wollten ging der Motor nicht mehr an. Wir warteten 10 Minuten, starteten wieder und immer wieder und endlich lief die Maschine wieder an. Wir entschlossen uns nicht nur bis Frankfurt sondern gleich weiter zu unserer Werkstatt nach Kaiserslautern zu fahren, sofern das Fahrzeug uns nicht unterwegs im Stich lassen würde. Das Fahrzeug ließ uns auch nicht im Stich, allerdings blinkenden während der Fahrt immer wieder unterschiedliche Warnlämpchen auf. Der Check am nächsten Morgen in der Werkstatt ergab, dass die Batteriepole gereinigt werden und die Massepunkte befestigt werden mussten. Es war also ein kleines Problem, das aber gleich große Wirkung gezeigt hatte. Auch das Knacken konnte behoben werden: Es musste der Zugstangenkopf vorne rechts erneuert werden (hatte zuviel Spiel). Bei dieser Gelegenheit wurden auch gleich die Sommerreifen aufgezogen und man stellte fest, dass vorne links ein Radbolzen erneuert werden musste. – Der Werkstattaufenthalt hatte sich also gelohnt und die Kosten lagen bei rund 350,00 €. Ansonsten machte der Iveco keine Probleme und überzeugt uns noch immer mit seinen guten Fahreigenschaften.
Was gibt es zur Concorde-Basis zu sagen?
Nach einem Herbst-Dichtigkeitscheck 2009, gab es bis ins Frühjahr keine Probleme. Im Juni 2010 waren wir dann an einem Abend dabei das Fahrzeug für eine Kurzreise vorzubereiten. Abfahrt sollte 22.00 Uhr sein. Gegen 19.00 Uhr war das Fahrzeug entsorgt, Frischwasser aufgefüllt und das wichtigste Gepäck geladen. Wir fuhren nun nochmals heim um die wenigen noch fehlenden Dinge zu holen. Als wir gegen 21.00 Uhr erneut am Reisemobil ankamen und die Heckgarage öffneten, kam uns ein Wasserschwall entgegen.
Wir waren erst einmal geschockt, denn Wasser im Fahrzeug ist eines der schlimmsten Vorkommnisse die es gibt und die man sich im Mobil absolut nicht „wünscht“: Die ganze Heckgarage stand einige Zentimer hoch unter Wasser und als wir das Reisemobil betraten, fanden wir auch Wasser im Bad- und Küchenbereich. Wir waren verzweifelt.
Alle Wasserhähne waren geschlossen, ebenso die Dachlucken und Fenster! Wo also kam das Wasser her? Nun begann erst einmal eine Schöpf- und Trockenaktion des Fahrzeuges, denn der komplette 240 l Wassertank war leer gelaufen
Nachdem alles einigermaßen trocken war, begann die große Suche. Wir befüllten den Wassertank und es passierte nichts. Alle Tankverschlüsse waren dicht. Dann schalteten wir die Wasserpumpe wieder ein. Zuerst passierte nichts, aber nach ca. 20 Sekunden wieder Wasser in der Heckgarage. Wir trockneten erneut und probierten immer wieder kurz die Pumpe laufen zu lassen und tasteten uns somit immer weiter an den Schadensort heran. Das Übel lag im Bad unter einer Bodenöffnung vom Waschbeckenunterschrank: Hier liegt eine Wasserverteilung und von dieser war der Warmwasserschlauch komplett abgerutscht (mit Schelle). – Um 4.00 morgens hatten wir den Schaden soweit behoben und konnten „leicht verspätet“ abreisen. Nur 3 Wochen später der 2. Schock: Unser Doppellängsbett im Heck landete in der Heckgarage. Ja, Sie haben richtig gehört: Es gab einfach einen Schlag und das Bett hing in der Heckgarage. Auch auf diesen Schock erfolgte eine genaue Analyse und wir waren am Ende verwundert, dass das Bett so viele Kilometer und Jahre (teilweise auf sehr schlechten Straßen) überhaupt durchgehalten hat: Der komplette Bettrahmen lag nur auf einer Aluminiumschiene auf, die rundum ging und diese Aluschiene war mit recht dünnen, teilweise nur 2,5 cm langen Schrauben in den Schrank- und Zwischenwänden befestigt (ohne sichtbare Verstärkungen). Wir besorgten nun Material um das Bett sicher zu befestigen. Einen ganzen Tag waren wir beschäftigt, bis das Bett nun aber 100% sicher befestigt war. Neben längeren Schrauben wurden 6 kräftige Stützfüße im unteren Bettbereich angebracht und im oberen Bettbereich unter der Aluschiene noch eine kräftige Holzlatte zur Verstärkung der Auflagefläche.
Der Aufbau hatte uns in den ersten 5 Jahren wirklich große Freude bereitet. Die zwei letzten Ereignisse warfen nun einen ersten leichten Schatten auf den Test.
Aus gelb wurde grün!
Wir rüsteten den Cityfilter der Firma HJS Fahrzeugtechnik GmbH & Co KG (Internet: www.hjs.com / www.city-filter.de) nach. Damit konnten wir die gelbe gegen eine grüne Fahrzeugplakette wechseln, was einerseits einen Beitrag für die Umwelt darstellt auf der anderen Seite aber auch den Wiederverkaufswert des Fahrzeuges deutlich steigert.
HJS ist Spezialist für die verschiedensten Rußpartikelfiltersysteme. Während unser Fahrzeug umgebaut wurde, konnten wir uns bei einer Werksbesichtigung von der Genialität und Vielfalt der hier entwickelten Filter-Systeme überzeugen lassen. Eine Umrüstung die wirklich lohnt und Sinn macht, denn nach der Umrüstung entfallen bei der Urlaubsplanung auch die Fragen: Darf ich mit meinem Fahrzeug in diese oder jene Großstadt oder nicht?
Unsere LED-Leuchten des Herstellers Tecnoled
Bartolacci Design di Andrea Bartolacci, Via Lisbona 7/A in I-50065 Pontassieve (Firenze) www.tecnoled.it Diese nachgerüsteten Leuchten begeistern uns noch immer. Schickes Design und angenehme Fahrzeugausleuchtung gepaart mit Stromsparen total - was wünscht man sich da noch mehr (wir berichteten bereits im Langzeittest Nr. 9 ausführlich darüber). Jedes Jahr nimmt die Produktvielfalt des italienischen Herstellers zu und auch auf dem diesjährigen Caravan Salon Düsseldorf überzeugte er uns erneut mit seinen Produkten. Tecnoled bietet inzwischen auch viele, in der Helligkeit regelbare, Leuchten an. Zusammengefasst läßt sich sagen: Der Unterschied zwischen LED und LED ist das Unternehmen Tecnoled. Dieses Unternehmen dürfte entscheidend zu dem beigetragen haben, was man heute als Revolution im Bereich der Campingfahrzeuge bezeichnen kann. Durch diese Art von Beleuchtung sparen wir wertvolle Ahs, die wir für andere Verbraucher nutzen können, wenn wir Stellplätze ohne Stromanschluss anfahren. Zudem werden die Instandhaltungskosten auf ein Minimum reduziert da eine Qualitäts-LED eine Lebensdauer von bis zu 50000 Std. hat. Führende Reisemobilhersteller haben sich bereits für Ihre Fahrzeuge die Tecnoled-Beleuchtung ausgewählt. – Dieses Unternehmen und seine Produkte sind ein echter „Lichtblick“ aus Italien.
Jetzt auch Green Power LEDs an Bord!
Einige Leuchtmittel der Serienstrahler unseres Concorde, tauschten wir gegen steckbare „LED-Plättchen“.
Das Unternehmen bietet eine große Zahl von LED Leuchtmitteln mit allen gängigen Fassungen für das Reisemobil (aber auch den häuslichen Bedarf ) an. Informieren Sie sich unter www.green-power-led.de über diesen sinnvollen Leuchtmittelwechsel.
Tausch Efoy-Brennstoff Zelle Typ 1600 gegen die neue 2200:
Im März 2010 tauschten wir die Efoy 1600 gegen das größere 2200-er Modell. Mit dieser neuen Brennstoffzelle sind wir nun auf der ganz sicheren Seite und decken auch im Winter den kompletten Tagesbedarf ohne bei drüben Tagen zuviel sparen zu müssen. Sie produziert 2160 Wh/Tag oder anders ausgedrückt, wir laden 180 Ah/Tag nach. Der Methanolverbrauch ist nicht größer wie bei der 1600-er-Anlage (0,9 l/kWh) und sie wiegt gerade 300 g mehr. Bis heute keine Störung bei rund 250 Betriebsstunden und wir sind begeistert, wenn beim freien Stehen, ohne Stromanschluss, die Messinstrumente der Batterien morgens anzeigen, dass sie voll geladen sind.
Goodyear - Reifenwechsel: Im Oktober 2009 tauschten wir die Goodyear Sommerreifen Typ G91 Cargo 225/75R 16C 121/120 P bei 90327 km gegen die Goodyear Winterreifen Cargo UG (G124) 225/75 R 16C 118/116N und im März wurden die Sommerreifen bei 98705 km wieder zurückmontiert.
Zum Winterreifen: Obiger Goodyear Winterreifen brachte uns immer sicher durch die verschneite Alpenwelt Deutschlands. Er hat einen guten Griff im Schnee und man verspürt beim Fahren das Gefühl von Sicherheit, auch bei Steigungen und in Kurven. Anfahren am Berg bei verschneiter Straße stellt kein Problem für unseren Goodyear Reifen dar. Zum Sommerreifen: Das oben angegebene Sommerreifenmodel zeichnet sich durch erfreuliche Laufruhe, gute Kurvenstabilität und sehr gute Bremseigenschaften auch bei nasser Fahrbahn aus. Auch scheint der Sommerreifen (wie auch der Winterreifen) sehr verschleißarm zu sein, da wir derzeit bei beiden Reifen keinen messbaren Rückgang der Profiltiefe ermitteln können.
Kloft Retarder: Seit Einbau funktioniert er problemlos und ohne irgendwelche Ausfälle. Nach wie vor ist dieses Sicherheitszubehörteil für uns eine der sinnvollsten Anschaffungen für diese Fahrzeuggröße die man machen kann.
SAT-Empfang mit der CrystopDisplay Autosat-Anlage: Störungsfreier, problemloser Empfang und eine große Bedienfreundlichkeit erfreut uns als Besitzer dieser Anlage mit großem Spiegel.
HPR-Lichtmaschienen-Spezialreglersystem: Auch hier nach wie vor keinerlei Probleme. Das System begeistert täglich durch zuverlässiges, schnelles und 100%-iges Laden der Aufbaubatterien während der Fahrt. Powersine-Wechselrichter Typ 1600.
Der Dometic-Zentralstaubsauger (Festeinbausauger): Mit dem mühelos auf 9 m ausziehbaren Saugschlauch, lässt uns der eingebaute Sauger von einem festen Anschlusspunkt aus das ganze Mobil problemlos reinigen. – Auch hier keinerlei Störungen während unserer kompletten Testphase.
Truma-Klimaanlage: Unsere 1400-er Truma Klimagerät lief bis heute störungsfrei und bescherte uns, v.a. bei der diesjährigen Sommerhitze, ein angenehmes Wohlfühlklima. Die kleine Anlage reicht vollkommen für das recht große Fahrzeug aus.
Wir beenden diesen Testteil mit großer Zufriedenheit, die durch ein eingebrochne Bett und einer kleinen Fahrzeugüberschwemmung zum ersten Mal leicht getrübt wurde. Nord- und Mittelitalien steht nun vor der Türe und wir warten gespannt auf die neuesten Erfahrungen mit unserm Concorde.
Test-Team
Sven Dalbert
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